Lehrformate Constance Richter
 
Wissensvermittlung » Hilfsmittel » Statische Visualisierung

Statische Visualisierung

Die Erfindung von überdauernden Darstellungsformen ermöglicht eine Wissensvermittlung ohne Anwesenheit eines Experten und dient somit nicht nur als Mittel des Denkens sondern auch als Mittel der Kommunikation der Denkresultate (Posner, 1995).

Mit Texten, Abbildern, Formeln, Diagrammen etc. haben Lehrende die Möglichkeit, ihr Wissen zu visualisieren und an Lernende weiterzugeben (Ballstaedt, 1997). Die Visualisierung liegt quer zu den Darstellungsformen, denn in allen Darstellungsformen können bestimmte Aspekte visualisiert werden (Ballstaedt, 1997). Absätze oder Aufzählungen (Nummerierungen, Spiegelstriche, etc.) visualisieren die Struktur eines Textes, ein Organigramm visualisiert eine Unternehmensstruktur, ein Röntgenbild das Körperinnere, usw.

Zu den statischen Darstellungsformen und Visualisierungen zählen beispielsweise Texte, Formeln, Charts, Tabellen, Diagramme, Abbilder und Piktogramme.

Jede Darstellungsform hat ihre Vor- und Nachteile und wird daher in der Wissensvermittlung kombiniert angewandt: „Texte werden bebildert, Grafiken beschriftet, Vorträge visualisiert“ (Ballstaedt, 1997, S. 8).

Als eine gelungene Visualisierung mehrerer Informationen (Mannschaftsverluste von Napoleons Armee, Marschrichtung, Schlachtorte, Temperatur, Entfernungen) zählt Minards statistische Karte von 1813.

Mannschaftsverlsute von Napoleons Armee

Abbildung: Mannschaftsverluste von Naploleons Armee, 1813 gezeichnet von Charles Minard (aus Jansen, 1999, S. 33)

„It may well be the best statisical graphic ever drawn“, so Tufte (1983, zitiert nach Jansen, 1999, S. 32). Obwohl die Grafik viele Informationen enthält, wirkt sie nicht überladen.