Lehrformate Constance Richter
 
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Aktive Informationsverarbeitung – Active Processing

Die dritte Annahme der kognitiven Theorie geht davon aus, dass Menschen eingehende Informationen selektieren, diese in zusammenhängende mentale Repräsentationen organisieren und sie in bereits bestehende Repräsentationen integrieren.

SOI-Modell

SOI-Modell des multimedialen Lernens nach Mayer (nach Mayer, 2001, S. 44)

Mündliche oder schriftliche Wörter und Bilder werden vom sensorischen Gedächtnis (sensory memory) lediglich für einen kurzen Augenblick exakt aufgenommen. Der Aufnehmende selektiert die Informationen der präsentierten Wörter und Bilder und gibt lediglich einen geringen Anteil der präsentierten Informationen an das Arbeitsgedächtnis (working memory) weiter.

Im Arbeitsgedächtnis findet die Hauptarbeit statt: die „rohen“ Informationen werden zunächst organisiert. Die verbalen und nonverbalen Informationen werden in Zusammenhang gebracht. Dabei wechseln beispielsweise die Bildschirmtexte in das verbale Modell. Jetzt wird Alt mit Neu verknüpft: „alte“, bereits gelernte Informationen werden vom Langzeitgedächtnis (long-term memory) in das Arbeitsgedächtnis transportiert und mit den neuen Informationen kombiniert.

Das Langzeitgedächtnis speichert das Wissen über lange Zeit. Um es aber nutzen und weitere neue Informationen integrieren zu können, muss es immer in das Arbeitsgedächtnis transportiert werden (vgl. Mayer, 2005a, 2001; Niegemann et al., 2004).

Zusammenfassend sind fünf kognitive Prozesse „zentral am Lernen mit Multimedia beteiligt“ (Niegemann et al., 2004, S. 191 f.):

  1. Der Lernende wählt die für sich relevanten bzw. für wichtig erachteten Wörter aus.
  2. Der Lernende wählt die für sich relevante bzw. für wichtig erachteten Bildinhalte aus.
  3. Der Lernende strukturiert die ausgewählten Wörter und bildet ein kohärentes verbales Modell.
  4. Der Lernende strukturiert die ausgewählten Bildinhalte und bildet ein kohärentes bildhaftes Modell.
  5. Der Lernende verknüpft zum einen die strukturierten Wörter und Bilder miteinander und zum anderen mit dem bereits vorab erworbenen Wissen aus dem Langzeitgedächtnis.

Letzte Änderung 11.06.2009