Lehrformate Constance Richter
 
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Zwei Kanäle – Dual Channel

Die kognitive Theorie von Mayer (2001) besagt, dass Menschen bei der Verarbeitung von Informationen diese gleich von Anfang an in visuell und auditiv präsentiertes Material aufsplitten. Bilder, Grafiken, Videos, Animationen oder auch Bildschirmtexte werden von den Augen aufgenommen. Dieser Kanal wird als visuell-bildhafter Kanal bezeichnet (visual/pictorial channel).

Mit den Ohren nehmen wir beispielsweise gesprochene Texte (Erzählungen), Musik oder Hintergrundgeräusche auf und verarbeiten diese im auditiven-verbalen Kanal (auditory/verbal channel) (vgl. Mayer, 2005a; Clark, Nguyen & Sweller, 2006).

Die zwei Kanäle können jedoch einmal aus Sicht des Präsentationsmodus (presentation mode) oder aus Sicht der sensorischen Modalität (sensory modality) betrachtet werden (siehe Bild 1).

Der Präsentationsmodus

Der Präsentationsmodus teilt in einen verbalen und nicht-verbalen Kanal. Dabei gehören zum verbalen Kanal alle Texte: die gesprochenen, gedruckten und am Bildschirm dargestellten. Zum nicht-verbalen Kanal zählen beispielsweise Bilder, Animationen, Videos oder auch Hintergrundgeräusche.

Der Präsentationsmodus

Der sensorische Modalitätsansatz

Der sensorische Modalitätsansatz unterscheidet, ob der Lernende die entsprechende Darstellungsform mit den Augen oder Ohren aufnimmt.

Der sensorische Modalitätsansatz

Der größte Unterschied zwischen den beiden Ansätzen liegt in der Verarbeitung von Bildschirmtexten und Hintergrundgeräuschen. Bildschirmtexte werden aus Sicht des Präsentationsmodus´ im verbalen Kanal verarbeitet, aus Sicht der sensorischen Modalität aber im visuellen Kanal. Hintergrundgeräusche und nicht verbale Musik werden im Präsentationsmodus im nicht-verbalen Kanal verarbeitet, aus Sicht der sensorischen Modalität im auditiven Kanal.

Letzte Änderung 11.06.2009