Lehrformate Constance Richter
 
Wissensvermittlung » Wissen » Der Begriff Wissen

Daten, Informationen und Wissen

Bis heute gibt es nicht d i e Definition des Wortes Wissen, und das hängt auch damit zusammen, dass es zwischen „dem damit zusammenhängenden Begriff Information keine eindeutige Abgrenzung gibt – die Übergänge sind fließend“ (Heck, 2002, S. 2).

Der Begriff Wissen steht in engem Zusammenhang mit den Begriffen Daten und Information.

Daten sind objektive, nicht interpretierte Fakten und bestehen aus Zeichen, die nach bestimmten Regeln zusammengesetzt werden. Dies können Zahlen, Buchstaben oder Zeichenketten sein.

Eine Information entsteht erst, wenn Daten bedeutungsvoll miteinander verknüpft werden und eine in sich geschlossene Einheit bilden.

Wissen als germanisches Stammwort meint in der Urbedeutung „gesehen, erkannt haben“. Der Begriff ist also schon allein vom Stammwort her mehr als eine Ansammlung von Daten und Informationen (Steindorf, 2000). Erst eine individuelle Bewertung und bedeutungsvolle Vernetzung von Daten macht Information zum Wissen:

„Wissen, Ergebnis eines Erkenntnisprozesses, in dem subjektive und objektive Fakten und Schlussfolgerungen zu Überzeugungen über Ereignisse, Gegenstände und Beziehungen zwischen Gegenständen verarbeitet werden.“
(Faktum Lexikoninstitut, 1995, S. 524)

Durch die Entstehung und Anwendung im Kopf ist Wissen direkt an eine Person gebunden (Probst et al., 1998). Personen wissen, Maschinen wissen nicht, sie liefern Daten und Informationen. Thissen beschreibt Wissen folgendermaßen:

„Wissen ist also kein Objekt, das erworben werden kann, es ist kein Stoff, den man abspeichert, sondern
es ist ein permanentes Konstruieren einer kognitiven Landkarte (cognitive map) über die Welt und die Dinge durch ein Individuum. Es gibt also kein Wissen in der Welt, z. B. in Büchern oder im Internet – dort gibt es nur Daten. Wissen ist immer in den Köpfen der Menschen, ist flüchtig, ist vernetzt.“

(Thissen, 2003, S. 266)

Letzte Änderung 11.06.2009